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Schlagwort: Henning Mankell

Beim zweiten Mal ist alles kalt

Wallanders Facetten arbeitet Mankell noch deutlicher heraus: der müde Mann, der den Polizeialltag satt hat, der Probleme mit der Liebe hat und dem Alkohol. Und mit der Gesundheit.

Henning Mankell kann mit wenigen Worten eine Atmosphäre schaffen, die Lesende frieren lässt. Bei Hunde von Riga ist das so. Das Meer, in dem der Fischkutter mit seiner dubiosen Besatzung dümpelt, ist kalt. Die Typen in diesem Roman sind kalt. Und nur wenig Wärme strahlt die Frau aus, in die sich Ermittler Kurt Wallander in diesem zweiten Teil der Reihe verliebt: Baipa Liepa.

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Rückkehr nach Ystad

Wallander ist so viel Figur, dass der Fall in den Hintergrund rücken könnte.

Ich war beim Blick auf das Bücherregal neugierig geworden: Funktioniert der Krimi nach 19 Jahren noch? Kann ich mich wieder in Wallander vertiefen? Bin ich wieder ganz drin in der Welt in und um Ystad? Und ich kann sagen: Dreimal ja. Henning Mankell funktioniert noch immer, vielleicht schon ein bisschen mehr als historischer Krimi, als Geschichte ohne Smartphone und modernste Polizeimethoden. Bei Mörder ohne Gesicht sind die Reaktionen auf einen stärker aufflammenden Rechtsextremismus wichtig, den Mankell hier mit „Ausländern“ in Verbindung bringt und einer brennenden Asylbewerberunterkunft. Und mit der staatlichen und bei manchen Menschen ausgeprägten Unfähigkeit, mit dem Anderssein fertig zu werden. Auch der Ermittler hat da so seine Probleme.

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Mankells afrikanische Anfänge

Ich finde es gut, dass Zsolnay den Roman nach Mankells Tod noch herausgegeben hat.

Es gab einen Mankell vor Wallander, es gab einen Mankell vor den Afrika-Romanen, die wir kennen. Es gibt ein Frühwerk – und wer Henning Mankell kennt, erkennt schnell, dass Der Sandmaler zum Frühwerk gehört. Nicht weil der Roman schlecht wäre – aber doch irgendwie anders.

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