Gelesen, Gehört, Gesehen

Schlagwort: Italien

Die Vulkan-Riesen in Pompeji

Wenn der Baumeister gemeuchelt wird, kann ein Nachfolger nur noch kitten, er kann nicht mehr retten.

Wie nur wenige verknüpft Robert Harris historische Fakten mit Fiktion. Das macht er in Vaterland so gut, dass man ihm abnimmt, Hitler habe  1945 überlebt, die Nazis seien  weiter an der Macht und hätten  das politische Leben im Deutschland der fünfziger Jahre im Zangengriff . Was zunächst übertrieben und hanebüchen klingt, funktioniert innerhalb der Geschichte ungemein gut. Bei Pompeji ist das genauso.

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Reise in eine unwirkliche Welt voller Wahrheiten

Ortheil beschreibt eine Zeit, die es so schon lange nicht mehr gibt, ein romantisches Ideal: das auf ein Jahr begrenzte Leben auf einer Kunst-Insel.

Der Roman von Hanns-Josef Ortheil war der Zufallsfund in einer Rintelner Buchhandlung. Dabei hatte ich nicht einmal den Klappentext von Rom, Villa Massimo gelesen, sondern – angespornt vom Titelfoto – gleich die erste der drei Vorgeschichten. Mit Ka fühlte ich mich verbunden, obgleich 15 Jahre älter, trotz eines äußerlich völlig anderen Lebens.

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Vom Heiligen zum (fast) normalen Menschen

Von Goethe erfährt man viel, aber auch vom intellektuellen Leben seiner Zeit, einer Zeit, in der Frauen viel geweint haben, überhaupt, so heißt es bei Safranski, sei viel geweint worden.

Herder hockte auf dem Sockel. Ganz klar – für mich war er fast so etwas wie ein Nationalheiliger, wobei hinzukommt, dass eine Schule in meiner Heimatstadt nach ihm benannt wurde. Nachdem ich aber Goethe – Kunstwerk des Lebens von Rüdiger Safranski gehört und gelesen hatte, war klar: Auch Johann Gottfried Herder (1744 bis 1803) war nur ein Mensch, und zwar nicht nur ein angenehmer. Er konnte kaum zeigen, dass der wenig Jüngere etwas gut gemacht hatte, konnte nicht loben, hatte diesen Skeptizismus, den ich im Umgang mit Freunden für übertrieben halte, oder für eine unangemessene Prüfung.

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