Gelesen, Gehört, Gesehen

Schlagwort: Johann Wolfgang Goethe

Vom Heiligen zum (fast) normalen Menschen

Von Goethe erfährt man viel, aber auch vom intellektuellen Leben seiner Zeit, einer Zeit, in der Frauen viel geweint haben, überhaupt, so heißt es bei Safranski, sei viel geweint worden.

Herder hockte auf dem Sockel. Ganz klar – für mich war er fast so etwas wie ein Nationalheiliger, wobei hinzukommt, dass eine Schule in meiner Heimatstadt nach ihm benannt wurde. Nachdem ich aber Goethe – Kunstwerk des Lebens von Rüdiger Safranski gehört und gelesen hatte, war klar: Auch Johann Gottfried Herder (1744 bis 1803) war nur ein Mensch, und zwar nicht nur ein angenehmer. Er konnte kaum zeigen, dass der wenig Jüngere etwas gut gemacht hatte, konnte nicht loben, hatte diesen Skeptizismus, den ich im Umgang mit Freunden für übertrieben halte, oder für eine unangemessene Prüfung.

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Gute Seele, schöpfe Trost aus seinen Leiden

.Für mich ist das Buch auch ein Bild für den Sinn der Literatur und von Büchern schlechthin.

Manche Bücher sind Lebensbücher: immer wieder hervorgeholt, immer wieder gelesen. Für mich ist das bei Goethes Die Leiden des jungen Werther so. Wahrscheinlich ist es die Form des Briefromans, die Lesenden eine fast beängstigende Nähe zur unglücklichen Hauptfigur vermitteln. Und das funktioniert damals wie heute, auch wenn der literarische Brief im Erscheinungsjahr 1774 schon üblich war.

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