Kaffee ist Gold oder Diamant, teurer als Safran, ein Geheimnis,  gehütet in einer anderen Welt.

Wer braucht schon Internet, wenn man Beziehungen hat? Wenn du weißt, wen du fragen musst, oder besser:  Wenn du weißt, wen du wo fragen musst? Die Geschichte, um die es hier geht, beginnt im Kaffeehaus und spielt in der jungen Neuzeit, Web Punkt minus ultimo oder so. Nur diesmal steht es fest:  Die Dogmen haben Mauern gebaut. Umso sympathischer ist ein Freigeist wie Der Kaffeedieb Obedia Chalon, eigentlich ein Filou, einer, der weiß, wie man in der frühneuzeitlichen Welt überlebt: eben als Netzwerker. Als einer, der auf allen denkbaren Wegen kommuniziert, brieflich, aus zweiter Hand, übers Hörensagen – und in Chiffren, die er so raffiniert bastelt wie Jahrhunderte später bei Enigma. Und der mit Bonaventura Rossignol einen Gegner hat,  der sie zu entschlüsseln sucht  und in Diensten Louis XIV.  steht, König von Frankreich und Navarra, wiedergeborener Apoll, Rex Christianissimus und so vieles mehr. Aber Halt! Ich schweife ab. Schlecht – das kann Tom Hillenbrandt besser. Also zurück zum Hauptcharakter: Obedia ist ein moderner Typ. Eine Art neuer Mensch, ein Prototyp, plötzlich aus der Zeit gefallen.

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