Leben mit Literatur

Schlagwort: Kunst

Ein neues Buch über den Künstler, der Schafe im Nebel malte

Für Arfst Wagner steht fest: Schritt für Schritt habe Mennicke das gegenständliche Motiv aufgelöst, sein Ziel: das Wesentliche herausarbeiten.

Es war dieser „verrückte Maler“, der den 16-jährigen Arfst Wagner faszinierte. Der Mann, der Schafe im Nebel malte. So jedenfalls sprachen die anderen Jugendlichen in Wyk auf Föhr über Gustav, der in einem kleinen Wäldchen wohnte. Beim Blick aus Goting sah man den Schornstein.

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Die Chiffre der Wendezeit

Dass keiner zum Nazi geboren ist, ist klar, aber dass die Erkenntnis möglich ist, dass Pegida keine Lösung ist, auf jeden Fall auch.

Auf einen solchen Roman habe ich lange gewartet: Die rechtschaffenen Mörder von Ingo Schulze ist die Chiffre der Wendezeit. Gehört hatte ich den neuen Schulze bei „Am Morgen vorgelesen“ im NDR, die Lesung von Sylvester Groth und Victoria Trauttmannsdorf habe ich mir dann noch einmal „in Ruhe“ gegönnt. Klasse.

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Reise in eine unwirkliche Welt voller Wahrheiten

Ortheil beschreibt eine Zeit, die es so schon lange nicht mehr gibt, ein romantisches Ideal: das auf ein Jahr begrenzte Leben auf einer Kunst-Insel.

Der Roman von Hanns-Josef Ortheil war der Zufallsfund in einer Rintelner Buchhandlung. Dabei hatte ich nicht einmal den Klappentext von Rom, Villa Massimo gelesen, sondern – angespornt vom Titelfoto – gleich die erste der drei Vorgeschichten. Mit Ka fühlte ich mich verbunden, obgleich 15 Jahre älter, trotz eines äußerlich völlig anderen Lebens.

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Vom Heiligen zum (fast) normalen Menschen

Von Goethe erfährt man viel, aber auch vom intellektuellen Leben seiner Zeit, einer Zeit, in der Frauen viel geweint haben, überhaupt, so heißt es bei Safranski, sei viel geweint worden.

Herder hockte auf dem Sockel. Ganz klar – für mich war er fast so etwas wie ein Nationalheiliger, wobei hinzukommt, dass eine Schule in meiner Heimatstadt nach ihm benannt wurde. Nachdem ich aber Goethe – Kunstwerk des Lebens von Rüdiger Safranski gehört und gelesen hatte, war klar: Auch Johann Gottfried Herder (1744 bis 1803) war nur ein Mensch, und zwar nicht nur ein angenehmer. Er konnte kaum zeigen, dass der wenig Jüngere etwas gut gemacht hatte, konnte nicht loben, hatte diesen Skeptizismus, den ich im Umgang mit Freunden für übertrieben halte, oder für eine unangemessene Prüfung.

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Kunst in der Diktatur: Anbiedern oder aufstehen?

Das Buch ist eine Offenlegung dessen, wie eine Diktatur mit ihren Künstlern umgeht, sie manipuliert, ihre Gehirne wäscht, sie zu Denunzianten macht.

Ich mag schon den deutschen Titel:  Der Lärm der Zeit. Man könnte ihn auch als „Der Lärm derzeit“ lesen, und das stimmt ja auch: Das Buch von Julian Barnes erscheint zur richtigen Zeit. Dabei geht es um Diktaturen und den schmerzhaften Opportunismus von Künstlern.

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