Leben mit Literatur

Schlagwort: Nationalsozialismus

Der Hundertjährige, der ein Ritchie Boy war

Aus Günther wurde Guy, weil eine Klassenkameradin den alten Namen als Zungenbrecher abtat.

Er dürfte einer der letzten Ritchie Boys sein, einer jener jungen jüdischen Männer aus Deutschland, die im Camp Ritchie in Maryland ausgebildet wurden, um Kriegsgefangene zu verhören: Guy Stern, geboren am 14. Januar 1922 als Günther Stern in Hildesheim, aufgewachsen dort und in Vlotho, dann – weil die Nazis immer bedrohlicher wurden – emigriert in die USA. Seine Familie sah er nie wieder, alle wurden ermordet.

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Heinrich Böll meldet sich mit einem neuen Buch

Erlebt und ertragen wird durch das Tagebuch als ständigem Begleiter.

Konnte ich meinen Augen trauen? Ein neues Buch von Böll, der 1985 gestorben ist: mit Texten, die in dieser Form noch nie (und ich schreibe das jetzt bewusst) zu sehen  waren. Ehrlich gesagt: Ich habe nicht damit gerechnet. Umso schöner, dass ich meine kleine Böll-Sammlung jetzt erweitern durfte. Man möchte manchmal wimmern wie ein Kind  heißt der Band mit den drei Kriegstagebüchern von 1943 bis 45.

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Zeugnis des Schreckens im Haus der Bösen

Wenn die 15 „Spitzenbeamten“ nicht verstorben waren, konnten sie sich nicht wirklich erinnern oder verleugneten die Teilnahme.

Zuweilen kommt das Böse banal daher. „Eine Besprechung mit anschließendem Frühstück“ war in der ersten Einladung angekündigt. Dann wurde es die „Wannseekonferenz“, die  die bereits begonnene „Entfernung der Juden“ auf perfide Weise legitimieren sollte. Peter Longerich zeigt in seinem Buch Wannseekonferenz, Der Weg zur „Endlösung“ die Hintergründe.  Und er zeigt, dass die Wirklichkeit schlimmer ist als jede Romanhandlung.

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Irgendwann sind dir auch die Uhren egal

Uhren gibt es nicht mehr ist ein Geschichtsbuch, sagt aber auch viel über das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn aus.

Sie will nur noch das Nötigste reden. Das Schweigen, so sagt sie, bringe für gewöhnlich einen höheren Genuss. Über einhundert Jahre ist Elisabeth Heller alt, als sie ihrem Sohn André ein langes Interview gibt und somit doch nicht schweigt. Zum Glück. Das daraus entstandene Buch sollten junge und jüngere und Junggebliebene unbedingt lesen, alle anderen auch. Uhren gibt es nicht mehr von André Heller ist voller Weisheit und Geschichte.

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