Wer unter dem Deckmantel der Zivilisation, die man in die Nicht-Zivilisation bringen will, handelt, läuft Gefahr, dass das eigene Handeln zum alleinigen Anspruch wird.

Das an Katastrophen nicht gerade arme 20. Jahrhundert lässt Ereignisse und Zusammenhänge  manchmal vergessen. Ein Thema, das mich sehr interessiert, ist die Kolonialherrschaft – und Deutschland hat dabei ein ausgesprochen  unrühmliches Kapitel geschrieben, wie Rebekka Habermas in Skandal in Togo aufzeigt. Der ach so korrekte Kolonialbeamte Geo Schmidt soll eine junge Afrikanerin vergewaltigt haben und hatte auch sonst jede Menge „auf dem Kerbholz“.  Für sein „verdienstvolles Handeln“ schlug er sich später als Konsul von Monrovia vor. Doch Schmidt ist kein Einzelfall, sein  Verhalten gehörte offenbar zum Habitus des Kolonialbeamten.

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